Wien und sein Walzer

Der Wiener Walzer ist der älteste der modernen bürgerlichen Gesellschaftstänze. Er wurde vor der französischen Revolution berühmt und verdrängte das aristokratische Menuett als beliebtesten Gesellschaftstanz.

 

Entstanden ist der Wiener Walzer aus dem “Deutschen Tanz” und zunächst war er wegen seiner “Unzüchtigkeit” verpönt, zeigten doch die Damen ihre Fußknöchel und berührten die Paare einander fortlaufend. Doch schon in den Jahren vor dem Wiener Kongress entwickelte sich in Wien ein sehr freier und lebhafter Ball- und Redoutenstil, welcher der Entwicklung des Wiener Walzers förderlich war. Schließlich war es der ehemalige k.u.k-Offizier Karl von Mirkowitsch, der den Wiener Walzer gesellschaftsfähig machte. Seit 1932 wird auch bei Turnieren der Wiener Walzer getanzt. Knapp 20 Jahre später, 1951 verband der Nürnberger Tanzlehrer Paul Krebs die altösterreichische Walzertradition mit dem englischen Stil. Seither ist der Wiener Walzer als gleichberechtigter Standardtanz anerkannt. 1963 wurde er in das Welttanzprogramm aufgenommen.

 

 

Älter als der Tanz ist die Musik, die Johann “Schani” Strauß vor über 150 Jahren berühmt gemacht hat und zahlreiche große Künstler in ihrer Arbeit inspiriert hat.

 

Nicht nur, dass Wien schon im Namen Einfluss findet, vielmehr lieben die Wiener ihren Walzer, die Musik ebenso wie den Tanz. Kein Ball, keine Hochzeit, kaum eine Feier ohne den weltberühmten ¾-Takt. Obwohl der Wiener Walzer nur aus sechs Schritten besteht, stellt die Geschwindigkeit ungeübte Füße oft vor eine große Herausforderung.

Dennoch lässt sich der Walzer natürlich erlernen und jeder Wien-Besucher sollte die Gelegenheit nutzen sich selbst von der Faszination dieses einmaligen Tanzes zu überzeugen.

Zusammenfassung

TechnikStandard
ArtGesellschaftstanz
Turniertanz
Takt3/4
Tempo58-60 TPM
HerkunftÖsterreich
Entstehung1770